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Interview mit Gerhild Stoltenberg

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Das erste eigene Buch in den Händen zu halten, ist für die meisten Autorinnen und Autoren ein unbeschreibliches Gefühl. Für unsere Autorin Gerhild Stoltenberg war der Moment ‚unwirklich schön‘, wie sie uns bei einem Spaziergang an der Alster erzählt hat. Dort hat sie uns auch verraten, wer ihre literarischen Vorbilder sind, wie sie ihre Gedanken in Fluss bringt und was das Bord-Bistro der Deutschen Bahn mit ihrem Debütoman »Überall bist du« zu tun hat. Der Roman ist am 11. April erschienen.

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Hallo Gerhild! Unsere erste Frage an dich: Was bedeutet dir das Schreiben?

Gerhild: Es ist meine Ausdrucksweise. Früher habe ich mir manchmal gewünscht, ich könnte gut singen oder malen, weil mir die Unmittelbarkeit dieser Medien gefällt. Aber inzwischen sind literarische Figuren wie imaginäre Freunde, die man auf eine Reise schickt, auf der man sie dann begleiten, aber auch herausfordern kann.

Hast du literarische Vorbilder und wenn ja, welche? 

Gerhild: Ich habe nicht direkt Vorbilder, aber Schriftsteller, die ich bewundere und die mich sicher beeinflusst haben auf eine Art. Miriam Toews, David Sedaris, Raymond Queneau und Joan Didion zum Beispiel. Wichtig waren für mich aber auch die Bücher über das Schreiben von Steven King, John Irving und Wolfgang Herrndorfs »Arbeit und Struktur«.

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Gibt es ein Buch, das du selbst gern geschrieben hättest? Und wenn ja, welches?

Gerhild: Das Gesamtwerk von Charles Schulz. Dass es jemand schafft, jahrzehntelang, bis zu seinem Tod, auf dem kleinem Raum, den ein einzelner Comic-Strip bietet, so große universelle Geschichten voller Weisheit und Wahrheit zu erzählen − mal albern, mal tragisch-komisch, mal böse, dann wieder unglaublich lustig. In dieser pointierten Sprache und mit Figuren, die er absolut ernst nimmt und die Archetypen geworden sind, ist unglaublich beeindruckend. Die Gesamtausgabe wäre auch mein „Buch“ für die einsame Insel.

Wo und wie schreibst du am liebsten? 

Gerhild: Am liebsten schreibe ich im Bordbistro vom ICE und in Cafés. Aber seit ich Kinder habe, klappe ich den Computer egal wo auf. Meine Geschichten sehe ich wie einen Film in meinem Kopf. Die erzählenden Elemente quasi als VoiceOver. Oft höre ich dazu Musik. So kann man die Stimmung für bestimmte Stellen immer wieder herstellen.

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Hamburg, deine Perle? 

Gerhild: Ich bin in Hamburg geboren. Mein Mann und meine Kinder auch. Hamburg ist Heimat. Auch wenn ich manchmal etwas Sehnsucht nach Berlin habe.

Was inspiriert dich? 

Gerhild: Gespräche. Geführte und zufällig belauschte. Und Fahrradfahren ist wichtig, dadurch kommt das Denken in einen Fluss. Auch an Tagen, an denen scheinbar nichts funktioniert.

Was bedeutet dir dein Buch? 

Gerhild: Zum ersten Mal das fertig gedruckte Buch in den Händen zu halten, ist unwirklich schön. Ein großartiger Moment, wie einen Baum zu pflanzen.

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»Überall bist du« ist dein Debütroman. Wovon handelt er und wer sollte ihn lesen?

Gerhild: Es geht um die Phasen von Liebeskummer und das Gefühl, es höre nie auf, weh zu tun. In diesem Fall finden eigentlich alle um sie herum, der Typ sei es doch nicht wert. Und womöglich ist er das auch nicht, aber trotzdem muss Martha offenbar all diese Phasen durchmachen, um das selbst zu erkennen und es hinter sich lassen zu können. Viele Menschen haben das vielleicht selbst schon mal erlebt oder haben einen Freund oder Freundin, denen das passiert ist. Trauern in all seiner Grenzenlosigkeit ist wichtig und kann etwas sein, aus dem man beschenkt und gestärkt raus geht.

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Unsere Vorschauen für das Frühjahr 2017 sind da!

Es ist tatsächlich wieder so weit! Wir freuen uns, unser prall gefülltes neues Verlagsprogramm vorstellen zu dürfen. Im kommenden Frühjahr 2017 erwartet Sie in unserem siebten Programm die gewohnte Mischung aus gut erzählter Unterhaltung und populären Sachbüchern.

Mit besonderer Spannung und Vorfreude erwarten wir den Roman einer bekannten französischen Autorin und guten Freundin unser beiden Bestsellerautoren Antoine Laurain und Grégoire Delacourt. Lorraine Fouchet hat mit »Ein geschenkter Anfang« einen, wie Antoine Laurain es sagt, „außergewöhnlichen Roman voller Leben, Gefühl und Zuversicht“ geschrieben. Wir freuen uns auf ein einzigartiges und sehr bewegendes Buch mit viel französischem Flair.
Sie sollten ebenfalls einen Blick auf einen besonders feinsinnigen und traurig-schönen Debütroman einer Hamburger Autorin werfen. »Überall bist du« von Gerhild Stoltenberg geht direkt ans Herz. Den fünfjährigen Oskar, eine Hauptfigur im Roman, wünscht sich jeder Leser als Freund und Wegbegleiter!

Wer es eher düster und gefährlich mag, der sollte sich mit einer ordentlichen Portion Cozy Crime und »Die Schrecken der Nacht« von James Runcie in einen Sessel sinken lassen und Sidney Chambers beim Lösen seines zweiten Falls begleiten.

Außerdem erwartet Sie mit »Ein Himmel voller Sterne« der neue Roman der Bestseller-Autorin Marie-Sabine Roger. Mal wieder ein Buch, das schlicht weg glücklich macht. Eine belebende Geschichte über Freundschaft und Liebe sowie erträumtes und wahres Glück .

Aber blättern Sie selbst! Wir haben auch eine Backlist-Vorschau mit unseren schönsten Reihen zusammengestellt, ein Blick lohnt sich in jedem Fall. Wir freuen uns auf Ihre Reaktionen und stellen Ihnen für Ihre Arbeit als BuchhänderIn, JournalistIn oder BloggerIn gern Rezensionsexemplare in gedruckter oder digitaler Form zur Verfügung.

 

Frühjahr 2017: Neuerscheinungen im Atlantik Verlag

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Frühjahr 2017: Die Atlantik Backlist –
unsere schönsten Reihen

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